Halbjahresbericht Nr. 10 Sanierung Bühnen Köln

Berichtszeitraum 1.10.2021 – 30.04.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist ein kleines Jubiläum, mit dem wir bei unserem ersten Halbjahresbericht 2017 nie gerechnet hätten: Sie lesen die 10. Ausgabe unseres Halbjahresberichts, indem wir die Entwicklungen auf der Bühnenbaustelle der letzten sechs Monate in Kurzform zusammenfassen. Auch wir sind damals von einer weitaus kürzeren Fertigstellungszeit der Bühnenbaustelle ausgegangen.

Umso wichtiger sind aus meiner Sicht die folgenden beiden Entwicklungen der letzten sechs Monate: Im Baubetrieb sind kontinuierliche Fortschritte zu verzeichnen, so dass die Prognose zur Schlüsselübergabe weiterhin das erste Quartal 2024 ist. Diese Prognose gilt übrigens seit dem 31.12.2020, was die erreichte Stabilität im Projekt dokumentiert. Und die Risiken sind in den letzten beiden Quartalen weiter gesunken.

Doch nun zu den Ereignissen des letzten halben Jahres im Detail:

Der Baubetrieb mit 250 Bauarbeiterinnen und Bauarbeitern erfordert ein Höchstmaß an Koordination. Viele Arbeitsschritte hängen in der Reihenfolge voneinander ab, d.h. Firma X kann ihr Werk erst beginnen wenn Firma Y mit ihren Arbeiten fertig ist. Da die Firmen üblicherweise über volle Auftragsbücher verfügen, ist ihre Zeit auf unserer Baustelle nach unserem Leistungsabruf fest definiert, d.h. sollten die Firmen dann nicht arbeiten können (z.B. weil eine Vorleistung nicht erbracht wurde), drohen uns Zeitverzüge, weil das nächste verfügbare Zeitfenster der Firma unter Umständen erst weit in der Zukunft liegt.

Eine weitere Herausforderung sind die unterschiedlichen Fertigstellungsgrade der verschiedenen Baubereiche. Es passiert aktuell durchaus, dass Stemmarbeiten zur Mängelbeseitigung beim Estrich mit viel Staub und schwerem Gerät, direkt neben bereits installierter, hochsensibler Bühnentechnik stattfinden. Hier gilt es entsprechende Schutzmaßnahmen zu entwickeln, umzusetzen und immer wieder zu kontrollieren.

Zusammengefasst lässt sich der Baubetrieb in den 312 Abschnitten des Areals so beschreiben: Die Bühnentechnik ist bis auf die übergeordnete Steuerung fertiggestellt, hier wird getestet und seitens der Bühnenmannschaften bereits regelmäßig trainiert. Im Hochbau finden Ausbaumaßnahmen und Mängelbeseitigungen statt und bei der Haustechnik sind die Firmen mit den Hauptmaßnahmen (Grobmontagen) beschäftigt. Eine zentraler Punkt hier sind die Kernbohrungen, damit die Kabelzüge durch die verschiedenen Bereiche geführt werden können. Jede Kernbohrung wird vor der Ausführung vom Statiker geprüft und freigegeben.

Bei Funktionstests der Lüftungsschächte haben die Firmen Undichtigkeiten aufgespürt, die auf zuvor nicht festgestellte ältere Baumängel zurückgehen. Bei gemeinsamen Begehungen mit den Objektüberwachungen und hinzugezogenen Experten konnten hierfür Lösungen gefunden werden, die in der prognostizierten Bauzeit ausführbar sind.

Die teilweise unterirdisch verlaufenden Schächte, die noch aus der Bauzeit von Opernhaus und Schauspielhaus stammen, werden zukünftig auch die aktuell geltenden Hygieneanforderungen erfüllen. Auch hier fand sich ein in der prognostizierten Bauzeit durchführbares Maßnahmenpaket.

Bei den notwendigen Neuausschreibungen für Bodenbelagsarbeiten und Baulogistik wurden Rügen durch einige Bieter geltend gemacht. Mit der Ausschreibung für Bodenbelagsarbeiten befasst sich nun die Vergabekammer, zur Rüge bei der Baulogistik haben wir eine Erwiderung verfasst.

So positiv der hochgefahrene Baubetrieb grundsätzlich für den Baufortschritt ist, die hohe Personalfrequenz führt auch zu neuen Aufgaben: So will die Sauberkeit auf der Baustelle jeden Tag neu erkämpft werden und wir haben einige Diebstähle von Baumaterial und technischen Komponenten zu verzeichnen.

Letztere sind besonders schmerzlich, weil auch wir die durch Corona und den Krieg in der Ukraine verursachten Störungen der Lieferketten bei der Materialbeschaffung auch auf unserer Baustelle spüren: Die Firmen sind für die Beschaffung ihrer Arbeitsmaterialien selbst verantwortlich und melden uns drastisch verlängerte Lieferzeiten und steigende Preise. Wir haben gemeinsam Gegenmaßnahmen entwickelt, so dass uns daraus bislang keine Schäden entstanden sind. Überhaupt lässt sich sagen, dass die Zusammenarbeit mit den auf der Bühnenbaustelle aktiven Firmen überaus konstruktiv verläuft.

Wir konnten die turnusgemäß zum Quartalsende neu zu bewertenden Risiken zwei Mal in Folge senken: Am 31.12.2021 um 700.000 Euro und am 31.3.2022 um 4,5 Millionen Euro. Hätten wir nicht wegen der oben beschriebenen Beschaffungsfragen weitere Gelder zurückstellen müssen, wäre der Rückgang noch gravierender gewesen.

So ergibt sich für mich abschließend das folgende Bild aus den letzten sechs Monaten: Die Richtung stimmt, aber es liegt auch noch ein ordentliches Stück Weg vor uns bis zur Schlüsselübergabe im 1. Quartal 2024. Zur Schlüsselübergabe werden wir in Kürze ein konkretes Datum veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Streitberger

Technischer Betriebsleiter Bühnen Köln

Sollten Sie Fragen zur Bühnensanierung haben, die wir in diesem Bericht nicht thematisiert haben, schreiben Sie uns gerne eine Mail an sanierung@buehnen.koeln. Wir werden Sie auch in Zukunft hier weiter über die Entwicklung der Bühnenbaustelle auf dem Laufenden halten.

Termine und Anmeldemöglichkeiten zu unseren Baustellenführungen finden Sie hier auf unserer Website.