4 Halbjahresbericht 2019

Berichtszeitraum 01.10.2018 – 31.03.2019

Das Sanierungsprojekt ist im Frühling auf die Zielgerade zum Abschluss der erweiterten Entwurfspla­nung eingebogen. Wir sehen nun, wie die Ergebnisse aus rund 1,5 Jahren planerischer Arbeit zusam­mengetragen werden und sind nun sehr gespannt, welche Ergebnisse uns Ende des 2. Quartals des Jahres von den Planern übergeben werden. Wie berichtet haben wir uns zur Unterstützung aller Be­teiligten teilweise selbst in den Arbeitskreisen engagiert, um den Fortgang der Prozesse durch schnelle Entscheidungen zu befördern. Wir wissen, dass es um rund 5.000 Pläne und Dokumente gehen wird, die die Neuplanung der Haustechnik auf 66.000 Quadratmetern in 12 Geschossen abbilden wird. Wir haben anhand von Stichproben genau festgelegt, wie die Pläne für die Planprüfung aufbereitet und übergeben werden, damit wir noch im 2. Quartal 2019 konkrete Aussagen zu Kosten und Terminen treffen können. Von den Planern wurden das Procedere und die Termine zur Planungsabgabe mehr­fach bestätigt.

Trotz Stichproben und gemeinsamer Arbeitskreise: Bevor wir die Dokumente nicht gesichtet und ge­prüft haben, lassen sich keine belastbaren Prognosen hierzu abgeben. Es bleibt also auch für uns span­nend. Alle relevanten Neuigkeiten zu diesem Thema werden wir auf unserer Website www.sanie­rung.buehnen.koeln schnellstmöglich veröffentlichen. Hier finden Sie auch aktuell alle Termine für die öffentlichen Baustellenführungen bis Ende 2019.

Bei einem Blick auf die Kostenentwicklung wird deutlich, dass wir uns mit 379 Millionen Euro dem bislang vom Rat genehmigten Budget von aktuell 404 Millionen Euro stetig nähern. Wir haben uns aber dennoch Ende letzten Jahres gegen eine Vorlage zur Budgetanpassung entschieden, weil wir dem Rat keine Entscheidung auf Basis einer Kosten- und Terminprognose von 2017 zumuten wollten. Da unsere Mittel nach entsprechenden Hochrechnungen noch bis Herbst 2019 reichen, bereiten wir nun eine entsprechende Vorlage mit den neuen Ergebnissen der Entwurfsplanung  für September 2019  zur Budgetanpassung vor.  Sie wird nicht nur absolute Summen, sondern auch die Auswirkungen der Sa­nierungskosten auf den Betriebskostenzuschuss für die nächsten 40 Jahre enthalten.

Die für die Haustechnik relevanten Firmengespräche wurden abgeschlossen. Wir wissen nun welche Gewerke neu ausgeschrieben werden müssen und sind dabei im vorgesehenen Terminfenster geblie­ben. Insgesamt wurden bis zum 31.3.2019 nun 89% aller Firmengespräche finalisiert.

Die erste Runde der Marktsondierungsgespräche wurde abgeschlossen und ausgewertet. Wir hatten insgesamt 21 Firmen auf der Bühnenbaustelle zu Gast und konnten viele neue Erkenntnisse für die notwendigen neuen Ausschreibungen im Bereich der Haustechnik gewinnen. So erklärten einige der Firmen das Interesse, auch die Planung für ihre Gewerke zu übernehmen. Um diese Möglichkeit kon­kreter zu untersuchen, haben wir mit den entsprechenden Unternehmen eine zweite Sondierungs­runde vereinbart, die im Sommer abgeschlossen sein soll. Hierzu werden wir auch Firmen einladen, die bereits bei den Bühnen unter Vertrag stehen und über entsprechende Planungskapazitäten verfü­gen. Die Marktsondierungsgespräche sollen die Qualität der Neuausschreibungen sichern, was ange­sichts der weitgehend vollen Auftragsbücher in der Baubranche eine Grundvoraussetzung ist, um über­haupt eine Resonanz am Markt zu erzielen. Für uns war deshalb das in den Gesprächen gezeigte Inte­resse an einer Zusammenarbeit sehr ermutigend.

Bei der neuen Bühnentechnik sehen wir signifikante Fortschritte in zwei Bereichen: Auf der Opern­bühne stehen die Arbeiten zum Einbau des letzten noch fehlenden Ausgleichspodiums unmittelbar vor dem Abschluss. Im Schauspielhaus fanden bereits die ersten Abnahmen durch die entsprechenden Sachverständigen statt. Hier haben wir weiterhin das Ziel, die neue Technik im Sommer zu überneh­men. Entsprechende Trainingsfahrten für die technischen Mannschaften aus Oper und Schauspiel fin­den bereits regelmäßig statt.

Nach umfangreichen Untersuchungen zu möglichen vorgezogenen Maßnahmen haben sich alle Betei­ligten auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. Diese Maßnahmen betreffen nicht die Neuplanung der Hau­stechnik, sondern sollen offene Punkte in anderen Bereichen beheben und damit die Bauarbeiten ins­gesamt entzerren. Sofern die Arbeiten nicht von bereits unter Vertrag stehenden Firmen erledigt wer­den können, werden sie zeitnah ausgeschrieben.

Girlsday auf der Bühnenbaustelle: Die neue Obermaschinerie des Opernhauses wird den Schülerinnen vorgeführt

Im Rahmen des Gegenforderungsmanagements haben wir eine vollständige Mängelliste erstellt. Ein immens aufwendiges Unterfangen, das mehr als ein halbes Jahr gedauert hat und das kontinuierlich weiter bearbeitet werden muss. Es wurden laut dieser Liste 11.044 Mängel in der Planung oder der Objektüberwachung festgestellt, von denen allein fast 9.000 auf die Haustechnik entfallen. Diese Liste ist ein unverzichtbares Werkzeug für unsere Bemühungen um Schadenersatz.  Diese Mängel werden jetzt planerisch mit der Vorlage der Entwurfsplanung geheilt sein, die Kosten der ursprünglichen Ausführung und der Rückbau sind wesentlicher Teil der dann in Rechnung gestellten Schadenssumme. Im Augenblick sind die folgenden Verfahren mit dem ehemaligen Planer des Haustechnik anhängig: Eine Widerklage gegen die Klage des Planers wegen Zahlung der Schlussrechnung und ein Selbstständiges Beweisverfahren zur Sicherung unserer Gewährleistungsansprüche. Im Übrigen wurden wir jüngst von einem Handwerksunternehmen auf Zahlung von mehr als 1.000.000 Euro wegen nicht anerkannter Bauzeitverlängerungsnachträge verklagt.

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) ist es uns kurzfristig gelun­gen, die Ausstellung „GROSSE OPER - VIEL THEATER“ des Deutschen Architekturmuseums für drei Monate nach Köln ins MAKK zu holen. Sie bietet eine europaweite Übersicht über 19 Bühnenbau – bzw. Sanierungsprojekte und setzt damit einen wichtigen neuen Impuls in der Diskussion um die Kölner Bühnensanierung. Gezeigt werden spektakuläre Neubauten wie die Elbphilharmonie und die Oper Oslo, neben Sanierungsprojekten wie der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Sie ist noch bis zum 30.06.2019 im MAKK zu sehen und wird umrahmt von einem sechsteiligen Diskussionsprogramm in dem Verantwortliche von anderen Bühnenbaustellen über ihre Erfahrungen berichten.

Da die Foyers in Opernhaus und Schauspielhaus, sowie der Zuschauerraum des Opernhaus originalge­treu restauriert werden, haben wir den Sanierungsbereich der Bauzäune temporär mit historischen Fotos aus der Bauzeit des Riphahn-Ensembles gestaltet. Mich beeindruckt nicht nur die fotografische Qualität: der große symbolische Wert der damals neuen Theatergebäude tritt um so deutlicher zu Tage, wenn man sieht, wie zerstört Köln noch Ende der 50er Jahre war.

Soweit die wichtigsten Entwicklungen der letzten sechs Monate in aller Kürze. Wir werden Sie weiter an dieser Stelle auf dem Laufenden halten,

So Sie darüber hinaus Fragen zur Bühnensanierung haben, schicken Sie uns gerne eine E-Mail an sa­nierung@buehnen.koeln. Wir werden Ihnen schnellstmöglich antworten.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Streitberger
Technischer Betriebsleiter Sanierung Bühnen Köln

Die wichtigsten Projektdaten im Überblick (Stand: 31.03.2019)

Abschluss Entwurfsplanung, Kostenberechnung und Überprü­fung der Zeitprognose - 2. Quartal 2019
Schlüsselübergabe an Oper und Schau­spiel - 4. Quartal 2022
 

Kosten

Aktuell gültige Kostenprognose inkl. aller bisheri­gen Ausga­ben: 545 Mio. Euro
Zwischenstand 31.03.2019: 549 Mio. Euro

Aktuell gültige Kostenprognose inkl. aller bisheri­gen Ausgaben: 570 Mio. Euro
bei Eintritt aller bekann­ten Risiken: 579 Mio. Euro