Monatsbericht Juni: Kostenprognose wird nach Vergabegesprächen angepasst

22. Juli 2020

Verhandlungen mit Firmen verlängern sich um zwei Monate

Die Bühnensanierung am Offenbachplatz weist im Monatsbericht Juni eine deutliche Steigerung der Kostenprognosen aus: So stieg die Prognose ohne Risiken gerundet im Juni 2020 auf 563 Millionen Euro, die Variante mit Risiken stieg auf 599 Millionen Euro. Der Grund für diese Entwicklung liegt im laufenden Vergabeprozess für die fünf vakanten Gewerke der Haustechnik. Hier liegen mittler­weile die ersten Angebote vor, die in ihrer Tendenz deutlich über den bisherigen Kal­kulationen der Bühnen liegen. „Auch wenn die Verhandlungen noch nicht abgeschlos­sen sind, haben wir dem Vorsichtsprinzip entsprechend einen Risikobetrag in die Kosten­prognose eingearbeitet“, erläutert der Technische Betriebsleiter Bernd Streit­berger. Gleichzeitig haben die Bühnen nach Absprache mit den Bietern das Vergabe­verfahren um zwei Monate verlängert, um den für die finale Angebotserstellung not­wendigen sicheren Umgang mit dem 3D-Modell zu klären. Auch diese Verlängerung trägt mit sechs Millionen Euro zur Kostensteigerung bei. „Es war eine schwierige Ent­scheidung, weil wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen können, ob wir diese zwei Mo­nate auf der Strecke wieder aufholen. Wir haben damit aber die Möglichkeit, durch Klarheit beim Umgang mit dem 3D-Modell spätere Nachträge zu vermeiden. Wir glau­ben deshalb, dass es eine wirtschaftlich vernünftige Entscheidung ist, trotz der zwei Monate Verlängerung“, so Streitberger. Die Schlüsselübergabe rückt damit vorerst ins dritte Quartal 2023, die Vergaben sollen im November 2020 abgeschlossen sein.

„Durch das aktuell laufenden Vergabeverfahren und die Finalisierung der Ausfüh­rungspla­nung sind unsere Berechnungen zu Zeit und Kosten gerade sehr in Bewe­gung. Dieses Auf und Ab wird uns auch noch bis in den Herbst begleiten. Wir werden dann nach Vorlage des letzten Bausteins der Ausführungsplanung und nach Ab­schluss der Vergabeverfahren den Zeitrahmen und die Kostenprognose noch einmal präzisieren und dabei erklären, wie genau sich die nächsten Schritte auf dem Weg zur Schlüsselüber­gabe gestalten“, ordnet Streitberger die aktuellen Entwicklungen in den Gesamt­zusammenhang ein. „Erst dann kennen wir die genauen Kosten für die vakanten Ge­werke und können den möglicherweise anfallenden Nacharbeitsbedarf bei der Aus­führungsplanung genau bewerten.“

Die Ausführungsplanung des Schauspielhauses und das Planpaket 1 des Opernhau­ses wurden von den Planern im Juni fristgerecht übergeben. Eine erste Sichtung of­fenbarte allerdings einige noch nicht abgeschlossene Planungsaufgaben darin. Das zweite Planpaket der Ausführungsplanung des Opernhauses erwarten die Bühnen Ende August. Die Ausschreibung für das Gewerk der Rauchschutzdruckanlage wurde aufgehoben, da sich an der Planung noch Nachbearbeitungsbedarf gezeigt hat.

Die aktuellen Projektdaten als Übersicht

Termine:
Schlüsselübergabe an Oper und Schauspiel - 3. Quartal 2023

Baukosten
Aktuell gültige Kostenprognose inkl. aller bisherigen Ausgaben (Stand: 25.6.2019): 554 Millionen Euro
Zwischenstand 30.06.2020: 563 Millionen Euro

Aktuell gültige Kostenprognose inkl. aller bis­heri­gen Ausgaben bei Eintritt aller bekannten Risiken (Stand: 25.06.2019): 571 Millionen Euro
Zwischenstand 30.06.2020: 599 Millionen Euro

Sonstige Kosten
Finanzierungskosten (u.a. Zinsen über 40 Jahre) und sonstige Kosten (u.a. Machbarkeitsstudie,): 287 Millionen Euro