Wir haben uns daraufhin als Bauherr im Bereich der Koordination verstärkt: Ein kleines Team von Experten, eines auf Großprojekte auf der Zielgerade spezialisierten Teams aus München, unterstützt seit Oktober das Projekt durch den Fokus auf drei Hauptaufgaben:
• Die Koordination aktuell kritischer Bauprozesse
• Die Wiederherstellung, Pflege und Kontrolle der Vierwochenvorschau
• Die Unterstützung bei der Fertigstellung der für die Betriebsgenehmigung so entscheidenden Rauchschutzdruckanlagen. Über die Probleme in diesem Bereich haben wir ja bereits im letzten Halbjahresbericht ausführlich berichtet.
Gemeinsam mit den neu verpflichteten Ingenieuren, den Objektüberwachern und der Projektsteuerung haben wir dann den Terminplan des Projekts noch einmal grundlegend überprüft. Ergebnis ist, dass zu viele Baumaßnahmen über den 22.3.2024 hinausreichen, so dass eine Schlüsselübergabe zu diesem Datum keinen Sinn macht. Die neue Berechnung ergibt den 28.06.2024 als Fertigstellungsdatum.
Es ist uns bewusst, was diese Änderung bedeutet und welche Fragen sich für die Bühnen als Betrieb und unser Publikum nach dieser Nachricht stellen. Gerne hätten wir diese Bauzeitverlängerung, die auch zu einer Kostenerhöhung führt, vermieden. Aber eine realistische Betrachtung des Baufortschritts lässt uns leider keine andere Wahl. Auch dieser neue Terminplan bedingt das Erreichen bestimmter Meilensteine auf dem Weg. Es gibt also auch in dem neuen Szenario Risiken und deshalb weiterhin keine Garantien.
Die im letzten Halbjahr gesunkenen Risiken sind bei näherer Betrachtung kein Anlass zur Freude: Sie beruhen auf einer Abschreibung der aus der Insolvenz der Greensill-Bank entstandenen Risiken und auf der Tatsache, dass sich einige der Risiken bedauerlicherweise realisiert haben.
Positiv ist anzumerken, dass die im vorherigen Bericht beschriebenen Probleme mit der blauen Decke im Foyer des Opernhauses gelöst sind. Und dass in den neuen Büros in den oberen Geschossen der Werkstatttürme teilweise schon der Anstrich erfolgt ist und die Bodenbeläge eingebracht wurden.
Der Kostenstand lag am 31.10.2023 bei 686 Mio. Euro. Eine aktualisierte Kostenberechnung unter Berücksichtigung der neuen Termine wird gerade erstellt. Auf dieser Basis wird dann den Gremien eine Vorlage zur Budgetanpassung vorgelegt werden.
Die nächsten Monate auf der Bühnenbaustelle werden sicher bewegt. Ich bin dennoch überzeugt, dass wir das Projekt im Zusammenspiel aller Beteiligte erfolgreich zu Ende führen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Streitberger
Technischer Betriebsleiter Bühnen Köln